Die Welt wird sehen, was wir in der Lage sind zu tun und die Welt wird uns in unserem Widerstand begleiten

Rede des Präsidenten des Staats- und des Ministerrats Miguel Díaz-Canel Bermúdez anlässlich der zentralen Veranstaltung zum 66. Jahrestag des Angriffs auf die Kasernen Moncada und Carlos Manuel de Céspedes auf dem Platz des Vaterlandes in Bayamo am 26. Juli 2019 "61. Jahr der Revolution".



Lieber Armeegeneral Raúl Castro Ruz, Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas

Compañero Machado

Compañero Lazo

Heldenhaftes Volk von Granma (Beifall),




vor der historischen Generation, die uns begleitet, werde ich die zentrale Rede dieser Veranstaltung halten, auf demselben Platz, an dem der Comandante en Jefe am gleichen Datum 2006 zum letzten Mal bei der Gedenkfeier zum Tag der Nationalen Rebellion dabei war und seine Ansprache hielt.

Als die Führung unserer Partei mir den Auftrag gab, heute zu sprechen, habe ich mich an jenen Moment erinnert und an die Bedeutung der Tradition gedacht, die vor 60 Jahren begann. Nach einer Reise, die unserer entgegengesetzt verlief, nahmen Tausende Bauern mit Camilo Cienfuegos an der Spitze den Platz der Revolution José Martí in Havanna ein. Zumindest zwei von Ihnen haben dabei die Straßenlaternen erklommen, so als ob es Palmen wären, um Fidel zu grüßen.

Diese Männer vom Land, Guajiros, mit ihren Macheten in der Hand, zeigten der Welt das authentischste Gesicht einer Revolution von den einfachen Menschen für die einfachen Menschen.

Mit jener Veranstaltung begannen die Aktivitäten zur Erinnerung an den 26. Juli, ein Datum, das der Hass mit Blut befleckte und das die Liebe in ein Fest zur Ehrung der Söhne und Töchter der Jahrhundertgeneration verwandelte.

Ich fragte mich, wie und in wessen Namen ich heute sprechen soll, wenn man dabei berücksichtigt, dass bei diesen Veranstaltungen traditionell zwei Ansprachen gehalten wurden: die der Provinz, die Ort der Feierlichkeiten ist und die des Protagonisten dieser Geschichte.

Im Namen der Bevölkerung von Granma sprach der Companero Federico Hernández, erster Sekretär der Partei in der Provinz. Die zentralen Ansprachen bei allen Feierlichkeiten zuvor lagen immer bei Fidel, Raúl, Ramiro Valdés oder Machado Ventura.

Es kann wie eine Kleinigkeit aussehen, aber es ist von Bedeutung, dass die Protagonisten der Geschichte, die leben, bei klarem Verstand und in der politischen Führung noch aktiv sind, jemandem von der neuen Führungsgeneration den Auftrag erteilen, die zentrale Rede zu einer der bedeutendsten Erinnerungen der revolutionären Geschichte zu halten. (Beifall).

Ich bin mir im Klaren darüber, dass ich heute im Namen der "Dankbaren" spreche, die wir vor der Herausforderung stehen, ein Land anzustoßen - wie es in dem Gedicht von Miguel Barnet heißt, - im Bewusstsein der außerordentlichen Geschichte, die wir geerbt haben und der Verpflichtung, weder gegenüber den Helden des Vaterlandes noch gegenüber dem Volk, aus dem wir geboren wurden, zu scheitern.

Das sage ich zu Beginn, damit Sie verstehen, falls in irgendeinem Moment, wie es durchaus geschehen könnte, die Emotion mich bei einem Wort oder bei einem anrührenden Namen erfasst.

An Raúl, Ramiro und alle die bei der Erstürmung der Kasernen dabei waren und die hier bei uns sind. Danke für das Vertrauen, das Vorbild und das Vermächtnis! (Beifall).

Die Geschichte. Welch kolossales Gewicht hat die Geschichte in unserem Leben. Es hier, wo sie vor 151 Jahren begonnen hat, sich als Nation auszudrücken.

Wer, der sich als Kubaner fühlt oder sagt, er sei Kubaner, kann an La Demajagua, an Yara, an Manzanillo, an jiguaní, an Dos Rios, an La Plata, an Guisa vorbeigehen, durch die Straßen und über die Plätze von Bayamo gehen, ohne zu bemerken, dass die Geschichte über uns urteilt?

Wer kann den Cauto Fluss überqueren, die Berge der Sierra Maestra hochsteigen, die Füße am Strand von Las Colorados nass machen, ohne in Hochachtung vor dem Heldenmut zu erbeben?

Wer, der "Die Geschichte wird mich freisprechen" liest, kann die Worte Fidels vergessen, mit denen er erklärte, warum man die militärische Festung von Bayamo für einen der Angriffe auswählte, und ich zitiere:

"Bayamo wurde gerade deswegen angegriffen, um unsere Vorhut in der Nähe des Cauto Flusses aufzustellen. Man darf nie vergessen, dass diese Provinz" – er bezog sich dabei auf die ehemalige Provinz Oriente – "die heute eineinhalb Millionen Einwohner hat, zweifellos die kämpferischste und patriotischste Kubas ist. Sie war es, die die Flamme des Kampfes für die Unabhängigkeit 30 Jahre lang lebendig hielt und den höchsten Tribut an Blut, Opfern und Heldenmut zollte. Im Oriente atmet man noch die Luft des ruhmreichen Epos, und wenn die Hähne wie dort wie der Weckruf von Trompeten klingen, der die Soldaten aufruft und die Sonne sich über die steilen Berge erhebt, scheint jeder Tag einmal mehr der von Yara oder der von Baires zu sein."

Deswegen habe ich Sie heute bei der Begrüßung heldenhaftes Volk von Granma genannt.

Diese Provinz, die durch den Namen des Schiffes geehrt wurde, das 82 seiner Söhne 1956 auf kubanische Erde zurückbrachte, die bereit waren, entweder frei oder Märtyrer zu sein, ist auch Wiege unserer Nationalität, unserer Nationalhymne, der Revolution, die Céspedes 1868 begann und der Rebellenarmee, die sie in unseren Tagen mit Fidel an der Spitze dorthin trug.

Es ist deswegen kein Zufall, dass sich in Granma die zweite Kaserne befand, die an jenem Morgen des Namenstags der heiligen Anna angegriffen wurde, die Kaserne Carlos Manuel de Céspedes, die sich heute in einen Park mit Museum verwandelt hat und den ehrenvollen Namen von Ñico López trägt, einem der Führer dieser Aktion in dieser Stadt und Freund Raúls, in dessen Büro das Foto dieses jungen Mannes mit der großen schwarzen Brille einen Ehrenplatz einnimmt.

Ñico ist an einem Tag wie heute in Bayamo Inspiration. Unsere Kinder und die Kinder ihrer Kinder müssen die Geschichte dieses jungen Mannes kennen, der von Einwanderern aus Galizien abstammte, der nicht aus Bayamo sondern aus Havanna war, der gezwungen war, die Schule zu verlassen, weil er schon als Kind arbeiten musste, um seine Familie zu unterstützen, der einer der Organisatoren der Aktionen vor 66 Jahren war und dem es gelang, sein Leben zu retten, indem er heldenhaft in den Straßen dieser Stadt kämpfte. Der, zurück in der Hauptstadt, in einer Botschaft Asyl suchte und in den Zeiten der Unruhen um Jacobo Arbenz nach Guatemala auswanderte. Dort lernte er Dr. Ernesto Guevara kennen, und wie erzählt wird, war es Ñico , der ihm den Beinamen gab unter dem ihn die Welt kennt: Che.

Ñico fiel, als er in den Stunden nach der Landung der Granma auf dem Boden ebendieser Provinz ermordet wurde, aber er ist beim revolutionären Werk, dem er sich mit so viel Leidenschaft und Glauben an den Sieg hingab, ohne jemals die Begeisterung und das Lachen zu verlieren, keinen Augenblick nicht dabei gewesen.

Es ist kurios, dass verschiedene wichtige Einrichtungen, wie die Raffinerie in Regla oder die Parteihochschule nicht den offiziellen Namen Antonio López sondern den Namen Ñico tragen. In diesen vier Buchstaben des vertrauten Namenkürzels ist eine Botschaft enthalten: die der grenzenlosen Kameradschaft und Freundschaft als Werte der Jahrhundertgeneration.

Fidel, Raúl, Almeida, Ramiro und jene Männer und Frauen, die die Nation vorantrieben, die das Land als eine Familie betrachteten, waren Geschwister.

Von ihnen stammen wir ab und es ist sehr wichtig, dass sich unsere Ehrung, die jährliche oder die tägliche, nicht auf eine Veranstaltung, auf einige Verse oder einige Worte zum Gedenktag beschränkt.

Die Revolution braucht jetzt, da wir eine große Schlacht für die Verteidigung und die Wirtschaft führen, damit wir den Plan des Feindes zunichtemachen, uns zu zerstören und uns die Luft zum Atmen zu nehmen und es ist nötig, dass wir gleichzeitig in unseren Leuten die Spiritualität, den Gemeinsinn, den Anstand, die Solidarität, die soziale Disziplin und den Sinn der Öffentlichkeit zu dienen stärken. Denn es ist eine der großen Hinterlassenschaften unserer Vorkämpfer, die die Jahrhundertgeneration übernommen hat. Denn kein Fortschritt würde dauerhaft sein, wenn der soziale Körper sich moralisch zersetzt.

Lasst uns kurz die Ereignisse vor 66 Jahren in Erinnerung rufen: Die Aktionen des 26. Juli 1953 haben die Ziele, die sich die Angreifer vorgenommen hatten, nicht erreicht: Der Überraschungsfaktor ging verloren, nicht alle konnten der Repression entkommen, die gewalttätig und grausam war.

Männer, die noch lebend fotografiert wurden, wie José Tasende, der nur an einem Bein verletzt war, wurde brutal gefoltert und danach als gestorben im Kampf gemeldet.

Wir sind immer noch von den harten bildlichen und mündlichen Zeugnissen getroffen, die die Historiker und Journalisten in all den Jahren gesammelt haben und das Unerträglichste dabei ist, sich die Augen Abels in den Händen der Schergen vorzustellen.

Trotz des Schmerzes, des physischen Verlusts "dieser Wesen der anderen Welt" des "Canción del elegido" (Lied des Auserwählten) von Silvio, haben die Überlebenden jenes von Fidel angeführten Epos nie geklagt, haben sich nie zurückgezogen, um ihre toten und ermordeten Compañeros zu beweinen. Sie schufen eine Bewegung mit einem Programm zur Befreiung, das volle Gültigkeit hat und sie verwandelten das Ereignis in die Motivation für andere Kämpfe: Der kleine Motor trieb den großen an.

Fünf Jahre, fünf Monate und fünf Tage nach den Angriffen auf die Kasernen in Santiago de Cuba und Bayamo kam, da man das angebliche Scheitern von 1953 ignorierte, der Sieg von 1959. Der Rückschlag hatte sich in einen Sieg verwandelt (Beifall).

Die Erklärung des Wunders, dass eine Gruppe von Menschen am Ende eine der am besten ausgerüsteten Armeen des Kontinents besiegte, kann man nur in den überragenden menschlichen Werten der Jahrhundertgeneration finden: Sinn für Gerechtigkeit, Treue zu einer Sache, Achtung vor dem gegebenen Wort, Vertrauen in den Sieg, unverrückbarer Glaube an das Volk und die Einheit als Prinzip.

Unsere Eltern und Lehrer haben uns gelehrt, dass es einfach ist, einen Stab einzeln zu brechen, aber dass es unmöglich ist, ein Bündel Stäbe zusammen zu zerbrechen.

Als wir dazu aufriefen als Land zu denken, haben wir an die absolute physische Kraft gedacht, die in einem Bündel von Stäben liegt, die einzeln ganz einfach umzuknicken wären.

Wir müssen als Land denken, denn niemand wird für uns denken.

Und der Riese mit den Sieben-Meilen-Stiefeln, der zum Himmel geht und dabei Welten verschlingt, hat schon vor langer Zeit aufgehört, eine visionäre Metapher Martís zu sein sondern ist zu grausamer Gewissheit für das geworden, was uns erwartet, wenn wir ihn aus Naivität oder Dummheit unterschätzen oder glauben, der Plan zur Wiederaneignung Unseres Amerikas, den das Imperium mit der Fahne der Monroe-Doktrin an die Masten seines Piratenschiffes geheftet hat, gelte nicht für uns.

Venezuela, belagert, buchstäblich mit der Zustimmung oder dem komplizenhaften Schweigen anderer mächtiger Nationen angegriffen und, was das Schlimmste ist, mit der beschämenden Zusammenarbeit lateinamerikanischer Regierungen, ist heute die dramatischste Bühne für die Grausamkeit der politischen Maßnahmen des sich in Dekadenz befindlichen Imperiums, das sein Verhalten als Weltpolizist mit dem des obersten Richters für das globale Dorf kombiniert.

Die immer mehr in Verruf geratene servile OAS rollt für eine mögliche militärische Intervention den roten Teppich aus. Die Zone des Friedens, die die Celac in Havanna vereinbarte, um die Region vor der Gewalt des konventionellen Krieges zu bewahren, überlebt mühsam durch den Willen der würdigen Länder Lateinamerikas und der Karibik.

Und auch für den intelligenten, heroischen und beispielhaften Widerstand des zivil-militärischen Bündnisses Venezuelas, seiner Regierung und seines Volkes gegen den nicht-konventionellen Krieg, bei dem man jeden Tag neue Methoden ausprobiert, um es zur Kapitulation zu bringen.

Unter völliger Missachtung dessen, was einmal die heiligste Errungenschaft der Gemeinschaft der Länder des Planeten war, des Völkerrechts, ist die aktuelle US-Regierung dabei, alle zu bedrohen, auch ihre traditionellen Partner und attackiert sogar die, die ihr bedingungslos ergeben sind.

Die ganze Welt weiß das. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen, deren Resolutionen das Imperium ignoriert, gibt dies zu.

Seit 60 Jahren leiden verschiedene Generationen von Kubanern darunter, dass sie daran gehindert werden, sich eine Nation aufzubauen, wie sie unseren Träumen entspricht.

Und was ist das Verbrechen, für das man uns bestraft?

Unsere Eltern besaßen die Kühnheit, dem Missbrauch ein Ende zu setzen und das wiederzugewinnen, was man der Nation durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder entrissen hat: an erster Stelle den Grund und Boden, der von Yankee-Transnationalen am Ende eines langen und blutigen Krieges von 30 Jahren, der mit einem Pakt zwischen dem aufstrebenden Imperium und der alten dekadenten Metropolis am Ende der Jahrhundertwende zum lächerlichen Preis von sechs Dollar pro Hektar gekauft wurde. Die Kolonie wurde durch die Neokolonie ersetzt.

Warum die Agrarreform? Das fragten sich die Autoren einer Umfrage unter kubanischen Landarbeitern, die von einer Gruppierung der Katholischen Universität 1956-1958 durchgeführt wurde. Eine Studie, die wir wegen des Helms-Burton-Gesetzes wieder entstaubt haben.

"…auf dem Land leben besonders die Landarbeiter in schwer vorstellbaren Zuständen der Stagnation, des Elends und der Verzweiflung", stellten die Autoren der Studie fest.

Einer von ihnen, Dr. José Ignacio Lasaga gestand, dass er bei all seinen Rundreisen durch Europa, Amerika und Afrika er nur selten Bauern angetroffen habe, die elender lebten als die Kubaner.

Dazu ist zu sagen, dass die Erde zu bearbeiten nicht bedeutete, sie auch zu besitzen. Wenn man diese unterernährten, Landarbeiter, Analphabeten ohne Hoffnung, fragte, was ihnen am meisten fehle, baten praktisch alle nur um Arbeit. Aber eine Garantie darauf hatten sie noch nicht einmal für eine Hälfte des Jahres.

Der Grad der materiellen und sozialen Armut auf dem Land hat die Autoren der Umfrage derart beeindruckt, dass sie zu folgenden Schlussfolgerungen gelangten:

"Es ist die Zeit gekommen, dass unsere Nation nicht weiter ein privates Lehen einiger ächtiger ist. Wir sind der festen Überzeugung, dass binnen weniger Jahre Kuba nicht mehr Eigentum einiger weniger, sondern das wirkliche Vaterland für alle Kubaner sein wird ..." Die Verfassung von 1940, die praktisch mit Blut und Feuer von den Revolutionären der Epoche erobert wurde, sah eine Agrarreform vor, aber diese wurde erst im Mai 1959 Gesetz.

Bis dahin war unser Grund und Boden Lehen US-amerikanischer Gesellschaften im Bündnis mit korrupten Politikern und dem Schutz der Militärs unter Befehl des Diktators Fulgencio Batista, der 1958 unterschiedliche Grade an Eigentumsanteilen an neun Zuckerrohrfabriken, einer Bank, drei Fluggesellschaften, verschiedenen Radiosendern, einem Fernsehsender, Zeitungen, Zeitschriften, einer Fabrik zur Herstellung von Baumaterial, einer Reederei, einem touristischem Zentrum, diversen Immobilien in der Stadt und auf dem Land etc. besaß, wie aus dem Buch "Die Eigentümer Kubas 1958" hervorgeht.

Wie die Untersuchung feststellt, waren etwas mehr als 500 Leute die Eigentümer des Landes. Die meisten von ihnen flüchteten beim Sieg der Revolution, gaben ihr Eigentum auf, das sie durch Unrecht und Machtmissbrauch und aufgrund unzähliger Verbrechen von Batista Anhängern und Komplizen des Diktators erhalten hatten.

Es waren die Besitztümer dieser Betrüger, die die Revolution konfiszierte.

Eine andere Geschichte ist die der Nationalisierungen, ein Recht, das das internationale Recht allen souveränen Ländern zum öffentlichen Wohl zugesteht. Sie werden auch durch ein Gesetz der Verfassung von 1940 gestützt, das Entschädigungen vorsah, die Kuba mit anderen Regierungen aushandelte – wie auch die Verstaatlichungen - mit Ausnahme der Vereinigten Staaten, die sich weigerten dies zu tun, weil sie darauf vertrauten, dass sie sich alles innerhalb kurzer Zeit mit Gewalt zurückholen würden.

Das Gesetz der Agrarreform war die erste große Nationalisierung und der größte Akt der vom Volk verlangten sozialen Gerechtigkeit. Und es war auch der Punkt des Bruches, das überqueren des Rubikon, wie Armeegeneral Raúl Castro dies ausgedrückt hat.

Diejenigen, die glaubten, die Herren Kubas zu sein, entfesselten von da an diesen nicht erklärten Krieg, der kurze Pausen erlebte, aber kein Ende gehabt hat.

Um die öffentliche Meinung zu verwirren und dieser Konfrontation den Schein einer Legalität zu geben, die sie nicht hat, fabrizierte man das Helms-Burton-Gesetz, ein juristisches Machwerk, in dem sich die imperialen Bestrebungen, über unser Schicksal zu bestimmen und die Rachegelüste der Batista Nostalgiker miteinander vermischen.

Aus dieser Gattung ohne Moral und Vaterlandsliebe stammen diejenigen, die jetzt die Besitztümer fordern, die vor 60 Jahren endlich in die Hände des Volkes übergingen.

Da sie unfähig waren, es selbst zu tun, suchen die Diebe dieser Epoche heute ihre Zuflucht in einem Gesetz, das in Kuba keinerlei Gültigkeit hat, um ihre Güter zurückzubekommen, die sie, weil sie durch Veruntreuung erworben wurden oder aus Angst vor dem Gerechtigkeitsempfinden des Volkes aufgegeben hatten.

Ich erlaube mir, sie zu warnen, dass die Nachkommen jener Kavallerie von Mambises und Bauern, die 1959 die Plaza einnahmen, um die siegreiche Revolution zu begrüßen, die Erde und die Macheten von ihren Vorfahren geerbt haben, und nicht zögern würden, sie gut geschärft gegen jene zu schwingen, die versuchen, ihnen den Grund und Boden zu entreißen, die diese Revolution ihnen übergeben hat (Beifall).

Nein, wir verstehen uns nicht und wir werden uns auch niemals mit denen verstehen, die die Absicht haben, Kuba in den Zustand zurückzuversetzen, der 1953 den besten Teil der kubanischen Jugend dazu brachte, zwei militärische Kasernen mehr mit Moral als mit Waffen anzugreifen.

Das Programm der Moncada, das so brillant vom jungen Fidel Castro in seinem Plädoyer zur Verteidigung dargelegt wurde, spricht klar über die Gründe, die sie an jenem 26. Juli zum Kampf führten:

Das Problem des Grund und Bodens, das Problem der Industrialisierung, das Wohnungsproblem, das Problem der Arbeitslosigkeit, das Bildungsproblem und das Problem der Gesundheit des Volkes; daraus ergaben sich die sechs Punkte, auf deren Lösung wir zusammen mit der Eroberung der öffentlichen Freiheiten und der politischen Demokratie entschlossen unsere Anstrengungen gerichtet haben.

Vielleicht scheint diese Ausführung kalt und theoretisch, wenn man nicht die gewaltige Tragödie kennt, die das Land, zusammen mit der demütigenden politischen Unterdrückung, in diesen sechs Bereichen erleidet."

Nur eine Revolution konnte dieses Panorama verändern, das sich vier Jahre nach dem Angriff so verschlimmert hatte, dass 1957 eine religiöse Organisation wie die, die ich vorher erwähnt habe, ihre Umfrage mit der Forderung nach einer radikalen und definitiven Veränderung im Land beendete.

Kuba hat sich verändert, aber was sich nicht verändert hat, sind die Bestrebungen des mächtigen Nachbarn, es sich mit der begeisterten Zusammenarbeit der Falken und der servilen Vaterlandslosen im Süden Floridas anzueignen.

Sie können Kuba nicht in Besitz nehmen, wie Maceo sagte, und deswegen haben sie beschlossen es zu verfolgen, zu umzingeln und es zu ersticken. Die Belagerung, unter der all unsere Handels- und Finanzoperationen leiden, ist in den letzten Jahren und Monaten in extraterritorialem, illegalem und verbrecherischem Ausmaße eskaliert.

Ich werde eine aktuelle Zahl angeben, damit die Welt darüber urteilen kann: Allein im letzten Jahr, von März 2018 bis April 2019, brachte uns die Blockade Verluste im Wert von 4.343 Millionen Dollar.

Ich muss dazu sagen, dass diese Daten nicht die Beeinträchtigungen mit einschließen, die durch die letzten Maßnahmen der aktuellen Administration hervorgerufen wurden, mit denen die Lizenzen zu reisen beschränkt werden, das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen verboten wird und finanzielle Restriktionen verstärkt wurden, um direkt den Tourismus und mit ihm verbundene Aktivitäten zu treffen, von denen der wachsende nicht-staatliche Sektor der Wirtschaft profitiert hat.

Diese Restriktionen und die finanzielle Verfolgung gegen Kuba sind die Hauptursachen für den Versorgungsmangel bei Nahrungsmitteln und Treibstoff und die Schwierigkeit, die für die Aufrechterhaltung des Nationalen Elektroenergetischen Systems unerlässlichen Ersatzteile zu erwerben. Es gab dort in den letzten Wochen und Monaten Beeinträchtigungen, denen wir mit Kreativität und dem eisernen Willen zu widerstehen und zu siegen, begegnen.

Nach sechs Jahrzehnten der Verfolgung auch der einfachsten kubanischen Transaktion, haben die angehäuften Verluste unter Berücksichtigung des Verfalls der grünen Scheine gegenüber dem Gold inzwischen den Betrag von 922.630 Millionen Dollar erreicht.

Die Belagerung um unser Land wird immer enger, genauso wie um Venezuela, Nicaragua und jedes andere Land der Welt, das sich weigert, den imperialen Plan für sein Schicksal zu akzeptieren.

Heute klage ich vor dem Volk Kubas und der Welt an, dass die Administration der Vereinigten Staaten begonnen hat, mit größerer Aggressivität zu agieren, um mit allen Mitteln zu verhindern, dass Tanker kubanische Häfen erreichen, indem sie Schiffsgesellschaften, die Regierungen der Länder, in denen die Schiffe registriert sind und die Versicherungsunternehmen auf brutale Weise bedrohen.

Der völkermörderische Plan besteht darin, die Lebensqualität der Bevölkerung, ihren Fortschritt, ja sogar ihre Hoffnungen noch mehr zu beeinträchtigen mit dem Ziel, die kubanischen Familien in ihrem Alltag zu treffen,bei ihren Grundbedürfnissen und parallel dazu die kubanische Regierung der Ineffizienz zu beschuldigen. Sie suchen die soziale Explosion.

Wie wenig sie uns kennen! Wann werden sie endlich verstehen, dass die heroische kubanische Familie in der Lage ist, mit Würde der schlimmsten Belagerung zu trotzen und ihr zu widerstehen und sich dabei weiterhin zu lieben, auch aus der Ferne, weil nichts und niemand sie spalten kann? (Beifall).

Und als Gipfel des Zynismus greifen sie zur Erpressung.

In ihrer Unwissenheit, was die Geschichte und die Prinzipien der Außenpolitik der Kubanischen Revolution angeht, schlagen sie uns vor, über eine mögliche Versöhnung zu verhandeln, wenn wir den von unserem Volk zuvor und jetzt gewählten und verteidigten Kurs aufgeben würden. Sie schlagen uns vor, die Freunde zu verraten und 60 Jahre der Würde in die Mülltonne zu werfen.

Nein, ihr Herren Imperialisten, wir verstehen uns nicht! (Beifall). Kuba, das sich der ethischen und politischen Distanz zwischen dieser US-Administration und den nobelsten Bürgern dieses Landes wohl bewusst ist, hat nie von seinem erklärten Willen Abstand genommen, eine zivilisierte Beziehung zu den Vereinigten Staaten aufzubauen, aber diese muss sich auf der gegenseitigen Respektierung unserer tiefgehenden Differenzen begründen.

Jeder Vorschlag, der von dem Respekt unter Gleichen abweicht, interessiert uns nicht (Beifall).

Und was das Volk der USA betrifft, so ist es immer nach Kuba eingeladen. Unsere Türen sind geöffnet. Kommt, seht und lernt die Wirklichkeit des Landes kennen, das man euch im Namen der Freiheit verbietet zu besuchen, einem wesentlichen Menschenrecht, das, wie sie sagen, in Kuba fehle und bei ihnen in Fülle vorhanden sei.

Wir unsererseits lassen uns von Druck und Drohungen nicht verwirren. Es gibt so viele Herausforderungen zu bestehen und darauf werden wir uns konzentrieren: an allererster Stelle steht die wirtschaftliche und militärische Unverwundbarkeit des Landes, die juristische Ordnung, die Beseitigung aller inneren oder äußere Hindernisse, die weiterhin bestehen: seien es Bürokratie, mangelnde Sensibilität oder Korruption, die im Sozialismus nicht akzeptiert werden können.

Und dem Imperialismus "auch kein ganz kleines bisschen" (nachgeben) Satz von Che und ständige Lehre der Revolution (Beifall).

Diese Botschaften eines Kuba der unveränderlichen politischen Prinzipien tragen wir zum Sao Paulo Forum, das diese Woche in Venezuela zusammenkommt, um die Integration der linken Kräfte und deren Mobilisierung im Angesicht der imperialen Offensive zu stärken, die sich vorgenommen hat, uns zu brechen, zu spalten und gegen uns vorzugehen.

Liebe Mitbürger,

das, was wir bei unseren Rundgängen durch diese Provinz gesehen und aus der Rede ihres ersten Sekretärs Federico Hernández herausgehört haben, sind wichtige wirtschaftliche und soziale Ergebnisse. Die Provinz hat es wegen ihrer unbestrittenen Fortschritte verdient, Sitz dieser Veranstaltung zu sein (Beifall).

Ich hebe hier vor allem die Nutzung des Ackerlands zu 80 % hervor und den Antrieb der produktiven Zentren zur Selbstversorgung der Gemeinden, wegen des Beitrags, den sie zum Ersatz der Importe in Sparten wie Reis und bei den Grundnahrungsmitteln der kubanischen Familien machen können. Aber – und es gibt immer ein aber – die Behörden des Landes erkennen, dass selbst mit wichtigen produktiven Rekorden sie noch immer weit unter ihren Möglichkeiten liegen.

Das ist eine Realität, die auf das ganze Land zutrifft, in dem die Schlacht für die Entwicklung ein intensiver und ermüdender Lauf über Hindernisse aller Art ist. Das erste und entscheidende ist die US-Blockade, das zweite die Praktiken, die mit dem Sozialismus nicht kompatibel sind, was wir bereits in den Redebeiträgen vor den Ökonomen, den Intellektuellen und Künstlern und vor der Nationalversammlung ausgeführt haben.

Ich werde nicht müde werden, darauf zu bestehen, dass es unsere Pflicht ist, als Land zu denken, den Egoismus, die Eitelkeit, die Trägheit, die Stümperei und das "das geht nicht" zu verjagen.

Hören wir auf zu glauben und zu behaupten, der andere sei schuld, ohne vorher zu sehen, was jeder einzelne von uns tut, schafft und beiträgt.

Wenn man das Panorama der brutalen Verfolgung unserer Finanzoperationen betrachtet, das ich zuvor beschrieben habe, haben wir alle die Pflicht, die kostspieligen Investitionen, die im Bereich des Transports, der Industrie, der Kommunikation und in anderen Sektoren durchgeführt wurden, wie "unsere Augäpfel" zu hüten.

Anzunehmen, dass sich plötzlich die Mentalität mit der Höchstgeschwindigkeit, die unsere Züge erreichen, ändert, könnte sich wie eine Utopie anhören, wenn wir nicht an das Volk und seine moralischen Reserven und seine Bestrebungen an ein Wachstum in Schönheit glauben würden.

Aber diese Veränderungen kann man nicht aus dem Hut zaubern. Wir sind keine Zauberer.

Unser Ministerrat arbeitet nicht mit Illusionen. Uns kommt es zu, die knappen vorhandenen Ressourcen einzusetzen und gut einzusetzen, um die gleiche und gerechte Verteilung der geschaffenen Güter zu garantieren.

Wir sind dabei, die nationale Produktion mit Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit, die Exporte und den Ersatz von Importen, die ausländische Investition, die produktive Verzahnung, die Anwendung der Wissenschaft, der Technik und das Talent unserer Universitäten zu fördern, um Innovationen, die elektronische Regierung und die Kommunikation als fundamentales Element im Kampf, um die alltäglichen Probleme ein großes Stück leichter zu machen.

Man kann einen Grad an Reaktion darauf feststellen, der beeindruckt, aber das genügt nicht. Die heutigen Umstände zwingen uns, wie sie uns immer gezwungen haben, einen Rhythmus beim Vorankommen einzuschlagen, der über unseren Zielen liegt, Ansprüche zu stellen, zu kontrollieren, die Routine zu brechen und an Fakten zu verifizieren, ob die Formel, die wir gestern angewandt haben, heute noch effektiv ist oder ob sie erneuert werden muss.

Wir müssen die hart und angemessen bestrafen, die nicht verstehen, dass das Vaterland zu verteidigen heute darin besteht, die knappen materiellen Güter zu pflegen und zu schützen.

Wenn die Regierung alles daran setzt, das Leben unserer Bürger zu verbessern, müssen Regierung und Bürger verhindern, dass das, was so teuer anzuschaffen war, schlecht behandelt, verschmutzt oder vernachlässigt wird.

Vor die alte Wahl gestellt, jetzt schon die Löhne zu erhöhen oder die produktiven Ergebnisse abzuwarten, um diese Ausgaben zu unterstützen, haben wir beschlossen, sie zu erhöhen. Nicht nur einmal sondern viele Male mehr als man vorher bezahlte.

Wir haben auch nicht bis zum Jahresende gewartet, um diese Maßnahme durchzuführen, die so populär wie abhängig von dem ist, was wir alle in der Lage sind zu tun, dass sich dies in Wachstum überträgt.

Aber um dies und alle Maßnahmen zum sozialen Wohl, die möglich sind, zu stützen, ist es nötig, mehr zu produzieren und die Qualität der Dienstleistungen anzuheben.

Neue, vom Volk vorgeschlagene Maßnahmen werden in den nächsten Wochen und Monaten verabschiedet werden.

"Wir streben nach mehr" ist kein Slogan. Es ist die Übersetzung der Regierungssprache als politische Antwort auf den Feind: auf die, die uns das Land, das Haus, die Schulen, die Krankenhäuser, die Kindergärten, die Fabriken, die Strände, die Häfen und Flughäfen rauben wollen … Nein, wir verstehen uns nicht!

Es ist die Konkretisierung unseres Willens in der Praxis, uns nicht durch Druck und Drohungen ablenken zu lassen und kreativ Widerstand zu leisten ohne auf Entwicklung zu verzichten.

"Die harten Jahre, die uns durch die Belagerung des Imperialismus aufgezwungen wurden, können nicht Wahrheiten wie Fäuste unter dem Deckmantel des Vergessens verbergen", hat die geliebte Intellektuelle Graziella Pogolotti in ihrem jüngsten Artikel geschrieben, in dem sie uns auch erinnert, dass: "weil der Kampf nicht zu Ende ist, wir immer den 26. haben" (Beifall).

Ja, der 26. Juli wird immer eine große Inspiration sein. Und als Land zu denken, ich möchte dieses Motto der Jahre der Arbeit in den Provinzen wieder aufnehmen, als wir das Volk, das durch die Bedeutung des Datums motiviert war, aufriefen:

„Lasst uns arbeiten, um jeden Tag auf dem Kalender zu einem 26. zu machen, aus jedem Monat des Kalenders einen Juli, aus jeder Verpflichtung eine siegreiche Moncada!"

Die Welt wird sehen, was wir in der Lage sind zu tun, und die Welt wird uns in unserem Widerstand begleiten. Es ist an der Zeit, einen neuen und dringenden Aufruf an ihr Gewissen zu machen.

Wir können diesen Aufruf mit einigen Versen von jemandem beginnen oder beschließen, der immer Ja zur Revolution gesagt hat: Roberto Retamar, Essayist, Dichter, großer Intellektueller, der gerade von uns gegangen ist. Lasst ihn uns mit seinen schönen Worten erklären, was wir, trotz aller Fehler und Belagerungen dabei sind zu tun.

In seinem Gedicht "Wen es interessieren könnte" schrieb Roberto:

Auf der gesamten Länge der Insel sind wir weniger als die, die täglich durch eine große Stadt gehen.

Wir sind wenige: Eine Handvoll Menschen auf einem Streifen Erde

Gepeitscht vom Meer geschlagen. Aber

Wir haben eine vergessene Freude aufgebaut.

Wegen dieser Freude werden wir weiter bauen: Lasst uns nach mehr streben! Denn für alle gilt - Wir wir Kuba! Wir sind Kontinuität!

Vaterland oder Tod!

Wir werden siegen!

Ovationen

Miguel Díaz-Canel Bermúdez anlässlich der zentralen Veranstaltung zum 66. Jahrestag des Angriffs auf die Kasernen Moncada und Carlos Manuel de Céspedes
26.07.2019, Havanna

Quelle: Granma